Mir fällt gerade Trump ein, der gesagt hat: „Ich könnte euch die dümmsten Dinge erzählen, ihr würdet applaudieren.“ Quelle: CNN
Aber von vorne:
Kennst du das? Nach einer Nacht, die du gefühlt mehr wach als schlafend verbracht hast, konsultierst du deine Fitnessuhr und stellst fest: Excellent Sleep! 91 Punkte von 100, optimale Phasen, 0 Minuten wach.
Und du fragst dich: was ist Realität? Deine Wahrnehmung, dass du in den wachen Phasen Fragen gewälzt hast, oder die Messungen der Uhr?
Du checkst deinen Instagram – Feed und siehst ein Bild eines Menschen, den du persönlich kennst und das aus 10km Entfernung nach AI schreit, und das 58,8K Menschen geliked und 889 andere kommentiert haben – u.a. auch solche, die du (persönlich) kennst und mit denen du kluge Gespräche geführt hast.
Und du fragst dich wieder: was ist Realität? Ist DEINE Wahrnehmung falsch und dieses Bild NICHT AI (und der Mensch darauf seit letztem Jahr komplett umoperiert) oder hast du Recht und alle, die applaudieren, tun das, weil…
Ja warum eigentlich?
- Weil sie tatsächlich nicht erkennen, dass das Bild künstlich ist?
- Weil sie erkennen, dass es künstlich ist, es ihnen aber trotzdem gefällt?
- Weil ihnen der Unterschied egal ist und sie einfach gerne applaudieren?
Lass uns eine Probe machen: Du siehst mein Originalbild und zwei mit KI bearbeitete Versionen. Ab wann ist ein Bild von mir eigentlich kein Bild von mir mehr? Und wenn einer Mehrheit ein nach bestimmten Maßstäben standardisiertes Bild gefällt: was sagt das über uns als Gesellschaft aus? Über unsere Werte? Unsere Toleranz? Unsere Vielfalt?
- Ab wann wird aus „Die Uhr sagt…“ ein „Dann werde ich mich wohl irren“?
- Und aus „Alle finden das großartig“ ein „Ich mag die reale Version von dir/von mir /… nicht“ ?
Natürlich kann unsere Wahrnehmung täuschen. Natürlich gefällt nicht allen, was mir, dir, uns gefällt. Aber müssen wir unsere Wahr-nehmung und unsere Wahr-heit deshalb gleich abgeben?
In meiner Arbeit mit Charisma, Präsenz und persönlicher Wirkung begegnet mir immer wieder dieselbe Frage:
- Wie gut kenne ich mich selbst – und wie sehr verlasse ich mich auf andere, um mir zu sagen, wer ich bin?
- Wie sehr bin ich bereit, zu einer anderen zu werden, um mehr Bestätigung zu bekommen?
Mein neues Buch setzt sich u.a. intensiv mit diesen Fragen auseinander. Denn wie selbstbestimmt kann ich mein Leben gestalten, wenn ich in meiner Wahrnehmung und Wertschätzung von außen bestätigt werden muss?
Meine Uhr sagt jedenfalls, ich bin ausgeschlafen… 🥱


