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Persönlichkeit & Charisma

Output ist noch kein Outcome

Unter 6 Oktober, 2026Keine Kommentare

Output ist noch kein Outcome.
Warum optimierte KI-Texte nicht automatisch wirksamer sind.

Eine neue Studie in Nature Human Behaviour untersuchte anhand von 1,5 Millionen Petitionen auf Change.org, was die Einführung eines KI-Schreibassistenten veränderte.

Die Texte wurden länger, sprachlich komplexer und vor allem eins: einander ähnlicher. Die untersuchten Erfolgsmaße – Beteiligung durch Kommentare und Unterschriften – verbesserten sich jedoch nicht.

Das Ergebnis dieser Studie ist 1. für mich nicht überraschend und 2. trotzdem fundamental:

  1. Nicht überraschend, weil dasselbe Prinzip auf sämtliche kommunikativen Handlungen angewendet werden kann, z.B. eine Präsentation: eine, nach allen Regeln optimierte Präsentation macht diese noch lange nicht wirksam, wenn die eingesetzten Werkzeuge nicht authentisch und glaubwürdig vom Vortragenden umgesetzt werden. Das macht die Präsentation zwar rhetorisch ausgefeilt, aber nicht wirksam im Sinne von: sie hat eine Wirkung auf die Zuhörenden. Die Person und ihr Anliegen müssen hinter dem perfekten Konstrukt spürbar werden, um tatsächlich Wirkung zu erzielen.
  2. Das Ergebnis ist deshalb fundamental, weil es zeigt, dass sprachliche Optimierung allein auch bei Texten keine größere Wirkung garantiert. Wenn der Mensch nicht in irgendeiner Form spürbar wird, bleibt die Wirkung aus.

Das Ergebnis bekräftigt das, was ich seit Jahrzehnten in meiner Arbeit erlebe: Kommunikation ist nur dann wirksam, wenn – bei aller Optimierung – die Persönlichkeit spürbar bleibt. Der Mensch zeichnet sich eben genau dadurch aus, dass er KEINE Maschine ist und daher nicht bis zur letzten Konsequenz sachlich optimiert werden kann.

Perfektion liegt also im ganz bewussten Zugeständnis des Nicht-Perfekten, des Nicht-Völlig-Optimierten, des Ganz-Eigenen. Nicht nur im konkreten Gespräch oder einem Vortrag, sondern auch in einem Text.

Die Kernfrage ist: Wenn wir überzeugend klingende Worte also jederzeit erzeugen können: Was bringen wir selbst noch ein?

Und die einfachste Möglichkeit ist, eine Aussage mit eigenen Beobachtungen und Erfahrungen zu untermauern: d.h. sich die Frage zu stellen, „Welche eigene Beobachtung macht meine Aussage konkret?“

Und ja, das bedeutet eins: wir können nicht alles durch KI optimieren, vorbereiten oder gar umsetzen lassen. Es braucht IMMER unseren eigenen Beitrag, unsere eigene Perspektive – letztendlich also unsere eigene LEISTUNG.

Und nur darin liegt auch die Möglichkeit charismatischer Wirkung: sie ist zutiefst persönlich und nicht an ein System delegierbar. Diesem Thema widme ich mich naturgemäß auch in der erweiterten Neuauflage meines Buchs: „Charisma: Gestalte dein Leben. Verändere die Welt.“

Das Beitragsbild ist nicht neu, aber extrem passend: es stammt vom Premiere-Abend des Films Å ØVE von Laurens Pérol, in dem es darum geht, dass sich eine Musikerin ihrer Wertehaltung gemäß zu Fuß auf den Weg zum Vorspielen nach Oslo macht.

Und dies ist die Frage, die wir uns immer wieder stellen dürfen: welche Leistung bin ich bereit einzubringen, damit das Ergebnis MIR (= meinen Werten) ENTSPRICHT?

Woran wird man MICH erkennen?
DAS ist die Frage im Zeitalter der KI.

 

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